Regierung

Portugal ist erst ziemlich spät zur Demokratie gekommen. Im April 1974 fand eine unblutige Revolution, die so genannte ‘Nelkenrevolution’, statt, die die seit 1928 währende Diktatur Salazars beendete. Seit diesem Datum kämpfen die Inseln Madeira, und auch die Azoren, um ihre Unabhängigkeit, aber es wurde beiden Inseln 1976 nur ein Sonderstatus eingeräumt. Seitdem ist die offizielle Regierungsbezeichnung ‘Região Autónoma da Madeira" (Autonome Region von Madeira). Die Regierungshoheit von Madeira nennt sich seitdem ‘Präsident der Regionalregierung von Madeira’, anstatt dem früheren ‘Gouverneur’.

Für die Außenwelt sind die ‘Madeirenser’ Portugiesen. Sie sprechen portugiesisch, wenn auch mit einem starken Dialekt, besitzen portugiesische Pässe, wählen bei Portugals Wahlen und bezahlen portugiesische Steuern. Worin sie sich von den Festland-Portugiesen unterscheiden, ist, dass sie zwar in einem Regionalparlament mit einer eigenen Exekutive vertreten sind, aber außerdem auch Abgeordnete in das Lissaboner Parlament entsenden.

Als relative Neulinge in einer Demokratie besitzen die Portugiesen, und besonders die Bevölkerung Madeiras, noch den Enthusiasmus der Neu-Konvertierten. Die Wahlen für das Lissaboner Parlament finden alle vier Jahre statt, genauso wie die separaten Wahlen des Präsidenten der Republik, der Regionalregierungen und der örtlichen Kommunen. Die Wahlveranstaltungen sind bunt und lautstark und arten meistens in rauschende Volksfeste aus, bei denen die Massen mobilisiert werden und die verschiedenen Parteien um die Gunst der Wähler wetteifern.

Ein Mann, der einen entscheidenen Beitrag zur Entwicklung Madeiras in den letzten 20 Jahren geleistet hat, ist Dr. Alberto João Jardim. Er ist seit über 24 Jahren der Präsident der Regionalregierung von Madeira und mit Sicherheit die umstrittenste Politikerpersönlichkeit des heutigen Portugals. Er fechtet seine Kämpfe für Madeira in Lissabon auf höchster Regierungsebene aus. Seitdem Portugal Mitglied der EU ist (seit 1986), schreckt er auch nicht vor den Bürokraten in Brüssel zurück, wenn es darum geht, die Interessen Madeiras in Europa durchzusetzen.
 
 
 
 

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