• Santa Maria Maior Mother Church/Santiago Menor Church

Funchal sah sich Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts einem großen Bevölkerungszuwachs ausgesetzt. Wie überall zu jener Zeit waren die hygenischen und gesundheitlichen Vorkehrungen nicht ausreichend für die immer steigende Einwohnerzahl, was in 1521 den Weg für einen Ausbruch der Pest, die sich auf der ganzen Insel verheerend auswirkte, bereitete.

Angesichts dieser Katastrophe versammelten sich alle Obrigkeiten der Funchal Stadt in der Kathedrale, um den Schutzheiligen der Stadt zu wählen. Wie in einer Tombola gab man die Namen der Apostel, der Mutter Maria und des Johannes des Täufers in einen Kinderhut und zog den Namen des Schutzheiligen.

So wurde ‘Tiago’ (Jakobus der Jüngere) zum Schutzpatron von Funchal bestimmt, und am 21. Juli zogen die Einwohner von Funchal mit dem Bildnis des vielgereisten Apostels in einer großen Pilgerprozession in den entfernteren Ostteil der Stadt, wo man bereits mit dem Bau einer kleinen Kapelle, die ihm geweiht werden sollte, begonnen hatte.

Jedoch verzögerten sich die Bauarbeiten und nach einem Erdbeben in 1538 brach die Pest erneut aus. Daraufhin fand am 1. Mai - der Tag des Schutzheiligen – eine zweite Prozession zur Erneuerung des Gelübdes der Einwohner statt. Seitdem wurde Funchal nicht mehr von der Pest heimgesucht, und die Prozession zu Ehren des Schutzheiligen findet nach wie vor jedes Jahr am 1. Mai statt.

Das Äußere der Kirche, die wir heute sehen, zeigt eindeutige Charakteristiken des barocken Baustils Mitte des 18. Jahrhunderts, jedoch beeinflusst von der typischen Nüchternheit der Inselarchitektur. Die Fassade zieren viele Steinarbeiten, traditionell mit der Hand gemeißelt. Die Türen, die mit zu den schönsten Holzarbeiten dieser Zeit zählen, bestehen immer noch aus dem Originalholz.

Mutterkirche Santa Maria Maior / Kapelle Santiago Menor

Die Kirche umgibt ein hübscher, mit Eisenpfählen eingesäumter Platz, auf dem sich dicht belaubte Bäume befinden, und der den Zugang zum Pfarrhaus freigibt, wo man viele architektonische Strukturen der alten Kapelle aus dem 16. und 17. Jh. sehen kann.

Der Innenraum der Kapelle wurde während der Jahrhunderte vielen grundlegenden Umbauarbeiten unterzogen, so dass nur noch wenig von der Originalausstattung zu sehen ist. Von der alten Kirche überlebten nur der große versilberte Chor aus exotischem Holz und eine Paxtafel aus dem 16. Jh., die die Gläubigen während religiöser Zeremonien küssten, und die jetzt im Museum der Sakralen Kunst ausgestellt ist.

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